Verband deutscher Mennonitengemeinden (VdM)

Verband deutscher Mennonitengemeinden
Sinnbild: Verband deutscher Mennonitengemeinden

Als Mennoniten Gemeinde Augsburg sind wir Mitglied im Verband deutscher Mennonitengemeinden.

Drehscheibe zwischen den Gemeinden und den verschiedenen Arbeitszweigen des Verbandes bilden die Mitgliederversammlung, der Vorstand und die Geschäftsstelle mit ihrem theologischen Mitarbeiter. Hier und in den beauftragten Gremien geht es um Beratung und Unterstützung der Gemeinden angesichts vielfältiger Herausforderungen in Gemeindeaufbau, Evangelisation, Friedensdienst und Diakonie.

Die gemeinsamen Aufgaben im Verband werden durch Beiträge der Mitgliedsgemeinden und Spenden finanziert.

Mitgliederversammlung: Die Delegierten der Gemeinden kommen hier in vier ganztägigen Sitzungen im Jahr zu Austausch, Beratung und Gebet zusammen. Sie beinhalten ein gemeindepraktisches oder theologisches Schwerpunktthema.

Die Koordination und Leitung der Aufgaben und Belange des Verbandes zwischen den Sitzungen sowie dessen Vertretung nach außen versieht der Vorstand. Er trifft sich gewöhnlich zu vier ganztägigen Sitzungen im Jahr.

Die Geschäftstelle ist besetzt mit einem theologischen Mitarbeiter der Hauptansprechpartner für alle Anfragen und Belange des Verbandes und seiner Gemeinden ist.

Konvent: Das sind drei ganztägige Treffen im Jahr der Pastoren, Prediger und angestellte Mitarbeiter/innen der Gemeinden und Werke zu Austausch, Gebet und zur gemeinsamen Arbeit an inhaltlichen Themen die Gemeindepraxis und den persönlichen Dienst betreffend.

Projektbezogene Arbeitsgruppen werden von der Mitgliederversammlung und/oder dem Vorstand nach Bedarf gebildet und mit geeigneten Personen besetzt.

Leitbild des Verbandes deutscher Mennonitengemeinden K. d. ö. R.

Von der Delegiertenversammlung verabschiedete Fassung unter Einarbeitung der Rückmeldungen und der Debatte bei den Delegiertenversammlungen am 25. 06. und 22.10. 2005

Mennoniten Quilt

Der Verband bekennt sich gemäß der biblischen Botschaft zu Gott, dem Schöpfer und Vater, zu Jesus Christus, dem gekreuzigten, auferstandenen und wiederkommenden Herrn und zum Heiligen Geist, der uns erneuert und Gemeinschaft stiftet. Er beauftragt uns als Gemeinden zu Evangelisation, Gemeindegründung, Diakonie, Seelsorge und Friedenszeugnis. Ihren Ursprung haben unsere Gemeinden in der Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts. Mit ihr verbindet uns die freiwillige Mitgliedschaft in der Gemeinde, die Taufe auf das Bekenntnis des persönlichen Glaubens, die Verpflichtung zum Leben in der Nachfolge Jesu in verbindlicher Gemeinschaft, der Verzicht auf die Anwendung von Gewalt und die Unabhängigkeit vom Staat.
Das Miteinander der Gemeinden verstehen wir im Sinne einer geistlichen Weggemeinschaft ohne die Eigenständigkeit der Einzelgemeinde in Frage zu stellen.

  1. Wir engagieren uns für das Zeugnis von Jesus Christus
    Fragen nach Heilung, Frieden und Versöhnung fordern uns heraus. Mit anderen Gemeinden und Kirchen in unserem Land sehen wir uns vor die gemeinsame Aufgabe gestellt, Jesu Auftrag zu erfüllen. Das Evangelium vom Heil und Frieden in Jesus Christus verstehen wir ganzheitlich und kontextbezogen. Wir bezeugen es als Ausdruck des kommenden und schon gegenwärtigen Reiches Gottes. In dieser zentralen Aufgabe unterstützen wir unsere Gemeinden entsprechend ihrer Persönlichkeiten und Begabungen, kreative Formen der Mission zu entwickeln und zum Einsatz zu bringen.
  2. Wir engagieren uns für Gemeindeentwicklung mit Perspektive
    Unsere Vision sind lebendige, wachsende Gemeinden, offen für das Wirken des Geistes Gottes. Wir stellen uns der Herausforderung, bestehende Gemeinden zu entwickeln, neue zu gründen und aufzubauen und fördern diese Entwicklung durch Beratung, Finanzen und Begleitung. Biblische Lehre, Anregungen für die Gemeindepraxis sowie der persönliche und gemeindliche Erfahrungsaustausch und das gemeinsame Gebet sind uns dabei wichtig. Gemeinde begreifen wir als Leib Christi. Sie versammelt sich im Hören auf ihr Haupt Jesus Christus, im Miteinander ihrer verschieden begabten Glieder zu Anbetung, Gemeinschaft und Zeugnis. Unser Engagement innerhalb und außerhalb der Gemeinde verstehen wir als Dienst, Gemeinde als Kontrastgesellschaft. Deshalb unterstützen und fördern wir unsere Gemeinden im Blick auf aktive Schritte in Richtung Evangelisation, Engagement für Arme, Benachteiligte und sozial Schwache, das Einüben von gewaltfreien Methoden der Konfliktlösung und den Einsatz für den Erhalt von Gottes Schöpfung.
  3. Wir engagieren uns für lebendige Beziehungen
    In der Gemeinde treten Menschen in Beziehung zueinander und lernen, miteinander ihr Leben und diese Welt in der Perspektive des Wortes Gottes zu sehen. Wir ermutigen die Gemeinden, ihre Glieder zum christlichen Leben und zum Dienst aktiv anzuleiten. Gegenseitige Annahme, Förderung, Beauftragung und Begleitung helfen ein dafür zuträgliches Klima zu schaffen.
    Gottesdienste, biblische Lehre, Gebet, Seelsorge, Dienst- und Hauskreise, gemeinsame Freizeitgestaltung, sowie Tagungen, Freizeiten, Seminare und Publikationen eröffnen Menschen Raum, Jesu Wort und Vorbild für uns heute zu entdecken und in diesen Bereichen ihre Gaben einzubringen. Wir bestärken unsere Gemeinden, Menschen, die nach Lebenssinn fragen und solchen, die nach einer christlichen Gemeinde suchen, Gottes Liebe nahe zu bringen und Heimat zu bieten.
  4. Wir engagieren uns für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
    Das Entdecken, Fördern und Freistellen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist eine wichtige Aufgabe der örtlichen Gemeinde. Dabei unterstützen wir Gemeinden durch Angebote wie Fortbildungen, Seminare und persönliche Beratung. Wir gehen dabei gaben- und bedürfnisorientiert vor und berufen und beauftragen in Absprache mit den Gemeinden auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Dienst in Konferenzen und Werken. Gemeinden beraten wir im Prozess der Suche und Anstellung für den hauptamtlichen Gemeindedienst und bieten Begleitung auch während des Dienstes an. Ausbildung zum hauptberuflichen Dienst ist uns wichtig. Wir wollen sie nach Möglichkeit auch finanziell fördern. Frauen und Männern in Gemeindeleitung geben wir Anleitung zu Reflexion, Erfahrungsaustausch, neuen Arbeitsweisen und Praxisschritten.
  5. Wir engagieren uns für die Interessen unserer Gemeinden
    Wir pflegen als Verband die Zusammenarbeit mit anderen mennonitischen Gemeindeverbänden auf überregionaler und nationaler Ebene und bringen dort unsere Stimme ein. Unsere am Evangelium orientierten Anliegen bringen wir gegenüber Gesellschaft, Wirtschaft, staatlichen Einrichtungen und anderen christlichen Kirchen zu Gehör. Wo uns dem Wort Gottes und seinem Geist Entgegenstehendes zugemutet wird, wollen wir Gott mehr gehorchen als den Menschen. In unserem Zeugnis sehen wir uns in Weggemeinschaft mit anderen Christen, Kirchen und Gemeinden. Wir wollen die weltweite Einheit des Leibes Christi im Blick behalten und gemeinsam Friedenskirche in der Nachfolge Jesu sein.

Das Leitbild ist Richtschnur unseres Handelns und Maßstab unserer Weggemeinschaft im Verband deutscher Mennonitengemeinden. Wir integrieren darin Erwartungen und Impulse aus den Reihen unserer Gemeinden und aus unserem gesellschaftlichen Umfeld. An den Aussagen unseres Leitbildes wollen wir unser Handeln als Gemeindeverband messen lassen. Auf der Grundlage des biblischen Zeugnisses und unter der Leitung des Heiligen Geistes wollen wir unser Leitbild entsprechend den gemeindlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Herausforderungen beständig weiterentwickeln.

Verband deutscher Mennonitengemeinden

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