Wiedertäufer, Anabaptisten, Täufer oder Mennoniten?

Um das Durcheinander der unterschiedlichen Namen „Wiedertäufer, Anabaptisten, Täufer, Mennoniten“ zu entwirren, ist tief in die Geschichte zu blicken:

Die konfessionellen Wurzeln der Mennoniten liegen in der Täuferbewegung der Reformationszeit. Täufer unterschiedlichster Prägung traten auf und kämpften auf der Grundlage der neutestamentlichen Schriften für eine Reformation, die meist radikaler war als die eines Luther oder Zwingli. Sei es in der Schweiz, in Süddeutschland oder in den Niederlanden: überall gab es Menschen, die alles in der Kirche in Frage zu stellen bereit waren, wofür sie keine Begründung im Neuen Testament (NT) zu finden glaubten.

Sie wollten nicht den gemäßigteren Reformatoren folgen, die auch weiterhin alles zu erlauben bereit waren, was nicht ausdrücklich im Widerspruch zum NT stand. Die Täufer lasen selbst die Bibel, oft in kleinen Gruppen, auf der Suche nach den Richtlinien für ein Leben in der Nachfolge Christi. Aufgrund dieser Schwerpunktsetzung kam es auch zu einer klaren Vorrangstellung des Neuen gegenüber dem Alten Testament. Nichts von den Geboten Christi sollte uminterpretiert oder künstlich abgeschwächt werden. Die Bergpredigt wurde schließlich zu einer der zentralen Stellen und ist es bis heute. Der daraus resultierende absolute Gewaltverzicht und die Weigerung, Eide zu schwören, um nicht konkurrierende Bindungen einzugehen und zum Zeichen der Wahrhaftigkeit in jeder Situation, kennzeichnen noch heute die Mennoniten.

Besondere Kennzeichen der Bewegung waren die freiwillige Mitgliedschaft durch die Taufe auf das Bekenntnis des persönlichen Glaubens, die verbindliche Gemeinschaft und die Ablehnung von Gewalt. Aufgrund ihrer Überzeugungen erlebte die Täuferbewegung vehementen Widerstand und Verfolgung durch die damalige kirchliche und weltliche Herrschaft. Sie wurden verächtlich Wiedertäufer oder Anabaptisten genannt. Den heute weltweit gebräuchlichen Namen »Mennoniten« erhielten die täuferischen Gemeinden nach einem ihrer Prediger Menno Simons.

Und heutzutage:

Neben dem Begriff „Mennoniten“ ist „Täufer“ und „täuferisch-mennonitisch“ im Sprachgebrauch - „wir“ verstehen unter diesen Begriffen folgende drei Punkte zusammengefasst:

Freikirchlich
Wir betonen die praktizierte Gemeinschaft von Menschen, die eine freie eigenständige Entscheidung für den Glauben an Jesus Christus getroffen haben und ein verbindliches Leben in seiner Nachfolge führen wollen.

Wir vertreten die Unabhängigkeit vom Staat und das Prinzip der Selbstverwaltung und Selbstfinanzierung. Deshalb verzichten wir auch auf die Erhebung von Kirchensteuern. Alle  finanziellen Mittel werden durch Spenden der Glieder aufgebracht.

Durch Mitarbeit in ökumenischen Beziehungen, Verbänden und Organisationen tragen wir zur Einheit der Christen und zum glaubwürdigen Zeugnis der Kirchen bei.
 
Täuferisch
Die freiwillige Glaubensentscheidung ist grundlegend für das Christsein. Deshalb praktizieren wir die Taufe an mündigen Menschen. In der Taufe erklären sie ihr Leben Jesus Christus zu übereignen und seiner Nachfolge leben zu wollen.
Die Taufe ist Antwort auf die Erfahrung der Liebe und Gnade Gottes. Mit ihr wird jemand Glied der lokalen sichtbaren Gemeinde, die wiederum Teil des weltweiten Leibes Jesu ist.

Friedenskirchlich
Wir bekennen uns zu einem gewaltfreien Leben und Handeln.

Unter Berufung auf die Botschaft Jesu Christi und als deutliches Zeugnis unseres Glaubens setzen wir uns unter der Herrschaft des Friedefürsten Jesus Christus für Frieden in allen Belangen des persönlichen, kirchlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens ein. 

Quellen: Bis auf Ausnahmen eins zu eins von www.mennonitisch.de und www.mennoniten.de übernommen.