25. April 1528, Hans Leupold in Augsburg durch das Schwert hingerichtet

Erinnerung an Verdammung und Verfolgung der Täufer
in Augsburg

Gedenkfeier: Montag, 25.4.2005, 19 Uhr
Ort: Augsburg, Am Richtplatz / Treffpunkt Eingang des Eisstadions
Curt-Frenzel-Eisstadion, Senkelbachstraße 2, 86153 Augsburg

Im November wird in einem Studientag „Gewalt überwinden! Confessio Augustana heute“ an 475 Jahre Verdammung christlicher Pazifisten im Augsburger Bekenntnis, Artikel 16 erinnert. Warum nicht schon im laufenden Jahr Erinnerungspunkte setzen? Schließlich gab es schon vor den Verdammungen der CA Täuferverfolgung.

Eine erste Gelegenheit des Erinnerns ist der Todestag von Hans Leupold. Er wurde am 25.4.1528 „aus Gnaden“ mit dem Schwert hingerichtet. „Aus Gnaden“ – weil man ihm den grausameren Feuertod ersparte. In Augsburg erinnert bis heute nichts an diese Hinrichtung und ihr Opfer. Wir möchten am Montag, 25.4.2005, zu einem öffentlichen Gedenken an diesen Märtyrer Christi am Hinrichtungsort einladen.

Verhaftet wurde er am Ostersonntag 12.4.1528 im Haus der Susanne Daucher zusammen mit 88 anderen Täufern und Täuferinnen. Die meisten wurden ausgewiesen, einigen „brannte man die Backen mit glühenden Eisen durch“. Leupold wurde neben gütlichen auch peinlichen Verhören unterzogen, d.h. er wurde gefoltert. Er bekannte, wo und wen er getauft hatte. Menschen in die Nachfolge Jesu zu rufen und sie zu taufen, das war sein todeswürdiges Verbrechen! Er wehrte sich gegen den Vorwurf des Aufruhrs, sie hätten nur gemeinsam das Wort Gottes betrachtet. Hans Leupold weigerte sich einen Widerruf zu leisten, damit stand das Todesurteil fest. Denn er hatte das Mandat des Augsburger Rates vom 11.10.1527 verletzt, worin bei Lebens-, Leibes- oder hoher Geldstrafe verboten wurde, sich den „Wiedertäufern“ anzuschließen, ihre Prediger zu speisen und zu beherbergen, den Kindern die Kindertaufe vorzuenthalten oder an irgendwelchen Rottierungen teizunehmen. Trotz seiner Ausweisung am 1.10.1527 habe er sich wieder in die Stadt geschlichen, habe Rottierung und Versammlung in Gruben, Kellern und an anderen unziemlichen Orten zu verdächtigen Zeiten in der Stadt und ihrer Umgebung gehalten, „den kindertauff vernicht“, die „Wiedertaufe“ und an-dere böse Lehre unter dem Schein des Guten gepredigt, auch mehrere Personen in der Stadt und außerhalb wiedergetauft sowie Briefe den „Wiedertäufern“ überbracht.

Das Urteil wurde am 25.4.1528 durch Enthaupten zu Augsburg vollstreckt. Leupold hinterließ seine Frau Barbara und zwei Kinder, von denen das jüngste 5 Monate alt war. Als ihm vom Rathaus aus vorgelesen wurde, dass er mit dem Schwert vom Leben zum Tod gerichtet werden solle, rief er aus: „Nicht also Ihr Herren von Augsburg, sondern aus dem Tod zum Leben!", worüber sich die zuschauende Menge verwunderte.