Augsburger Hohen Friedensfest 2013

Eindrücke vom Augsburger Hohen Friedensfest 2013

Als Freikirchen noch nicht frei genug?

Die Predigt im Ökumenischen Gottesdienst zum Friedensfest hielt der Erfurter Bischof i.R. Joachim Wanke. Er sprach über das „Gnadenjahr des Herrn“ nach Lukas 4, 16-19 und nahm auch Stellung zum Stand der Ökumene. Auch uns Freikirchen hatte er etwas zu sagen:

„Wir Katholiken haben das Zweite Vatikanische Konzil noch nicht eingeholt, sagen unsere Glaubensgeschwister. Und die Reformation ist - in aller Bescheidenheit sage ich dies meinen evangelischen Geschwistern - noch nicht vollendet. Und Freikirchen sind noch nicht frei genug, wenn sie sich nicht mehr nach der Einheit aller Getauften in der einen Nachfolge des Herrn sehnen. Wir sind gefangen in unseren historischen Erinnerungen und theologischen
Denkmustern. Wir haben einander wehgetan, und manche Wunden bluten noch bis heute. Jesus Christus will „Gefangene entlassen“, freisetzen zu Neuem, das Alte hinter sich lassende Handeln. Sind wir dazu bereit? Nicht die alten Vorwürfe helfen uns weiter, nicht das Wühlen in den alten Wunden, nicht das Ausmalen von möglichen Gefahren, sondern der Blick nach vorn, auf gemeinsame Aufgaben, auf die wichtigste Aufgabe schlechthin: Das gemeinsame Zeugnis für das Evangelium, das wir drüben in Thüringen und Sachsen und Sie hier in dieser Stadt den nichtglaubenden Zeitgenossen zu, geben haben. Und: Ökumene steht ja längst vor der Aufgabe mit einer gemeinsamen christlichen Stimme zu sprechen – mit der säkularen Gesellschaft, mit den anderen Religionen.“ Die ganze Predigt als PDF

Bei der Friedensfesttafel hatten einige aus der Gemeinde Begegnungen mit einer Gruppe Jugendlicher aus verschiedenen Ländern, die im Ökumenischen Lebenszentrum Otmaring bei Sommerfreizeiten mitwirken und dabei Deutsch lernen.

Die Lieb ist kalt jetzt in der Welt – Protestlieder des 16. Jahrhunderts

Die Lieb ist kalt jetzt in der Welt – Protestlieder des 16. Jahrhunderts
Bild: Adrian Danzfuß

So hieß eine Veranstaltung unserer Gemeinde im Café Neruda, die Wolfgang Krauß für das Programm zum Augsburger Hohen Friedensfest organisiert hatte. Trotz der hohen Temperaturen an diesem Abend, 5. August, war das Café gut besucht. Die meist melancholischen Lieder, geschrieben von Täufern aus dem 16. Jahrhundert, wurden von dem Wiener Musiker Alexander Basnar gesungen. Unter den Liedtextern waren auch Ludwig Hätzer und Hans Leupold, die beide in Augsburg wirkten und aufgrund ihres Glaubens - wie viele andere – hingerichtet wurden. In ihren Liedern loben und preisen sie Gott und seine Größe. Wolfgang porträtierte die einzelnen Liedermacher. Die Zuschauer waren eingeladen, mitzusingen. Ein sehr gelungener Abend.

Sybille Lichti

Die Bekanntmachung

Augsburger Hohen Friedensfest 2013

Am 8. August 2013 ist es wieder soweit, das „Augsburger Hohen Friedensfest“ wird gefeiert.

Motto: »NIEMAND HAT DAS RECHT ZU GEHORCHEN« (Hannah Arendt)

Unser Anteil zum Begleitprogramm 21. Juli bis 8. August

Wie die vergangenen Jahre dürfen wir beim Programm des Friedensfestes mitgestalten und mitfeiem. Im Begleitprogramm gibt es zwei Veranstaltungen mit täuferisch-mennonitischem Bezug. Höhepunkt ist wieder der ökumenische Gottesdienst und die Friedenstafel am 8. August. Wir essen und trinken miteinander, teilen das Mitgebrachte und feiern miteinander den Frieden Christi.

Unser Programm zum Herunterladen:

Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen

  • Samstag 27. Juli 2013,
  • Mittwoch 7. August 2013, jeweils 14 Uhr,

Treffpunkt: Rathaus Hauptportal
Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen (Lukas 1, 52)
Auf den Spuren einer Demokratie- und Protestbewegung im 16. Jahrhundert
Stadtführung mit Wolfgang Krauß
Kosten: 8 €,
Anmeldung: Mobil: 0152-21627812, E-Post:

Programm als PDF herunterladen (53 KB)

Am 6. August 1524 zogen mehr als 1.000 Demonstranten vor das Augsburger Rathaus und forderten die Rückkehr des vom Stadtrat ausgewiesenen Barfüßerpredigers Johannes Schilling. In einer Predigtreihe über Texte aus dem Lukasevangelium hatte er die krassen Unterschiede zwischen arm und reich kritisiert, steuerliche Entlastung der einfachen Leute und Auflösung der Handelsgesellschaften gefordert. Die Verhältnisse sollten sich ändern, wird doch in Lukas 1,52 sogar der Sturz der Mächtigen und die Erhöhung der Niedrigen angekündigt.– Die Vision einer geschwisterlichen Kirche und einer Gesellschaft, in der die Armen Gerechtigkeit erfahren und die Hungernden gespeist werden, war schon in der Bauernbewegung lebendig und wurde ab 1526 von den Augsburger Täufern aufgenommen. Die Stadtführung folgt den Spuren dieser frühen Protest- und Demokratiebewegungen, geht ihren Motiven und Zielen nach, nennt die Namen führender Gestalten und einfacher Gemeindeglieder.

Die Lieb ist kalt jetzt in der Welt

  • Mo 5. August 2013, 20 Uhr

im Cafe Neruda
Die Lieb ist kalt jetzt in der Welt
Protestlieder des 16. Jahrhunderts
Alexander Basnar, aus Wien in Österreich, singt mit uns Lieder der Augsburger Täufer

Nach der Niederlage der Bauern 1525 schien die Bewegung für die Rechte der einfachen Menschen und die Mitbestimmung aller verloren. Doch viele Forderungen und Impulse der Bauern lebten in der reformatorischen Bewegung der Täufer fort. Augsburg war ab 1526 eines ihrer Zentren, so soll es bis zu 1.000 Täuferinnen und Täufer in der Stadt gegeben haben.

In Augsburg gedruckte Flugschriften propagierten geschwisterlich solidarisches Leben als Alternative zu Ausbeutung und Frondienst. Neben dem damals neuen Druckmedium dienten vor allem Lieder der Verbreitung ihrer Lehre und dem Protest gegen religiöse und soziale Unterdrückung. Augsburg ist zum einen Schauplatz einiger der in diesen Liedern erzählten Geschichten, zum anderen hielten sich viele der Autoren zeitweise hier auf.

Hohes Friedensfest

Do 8. August 2013, Hohes Friedensfest

  • 10 Uhr, Ökumenischer Gottesdienst, St. Anna
    Ökumenischer Familiengottesdienst, St. Ulrich
  • 11.30 Uhr, Friedenstafel mit Mennotisch

Friedensfest Augsburg

Augsburger Hohen Friedensfest Programmheft

Friedensfest Augsburg

Das Programm zum Augsburger Hohen Friedensfest 2013 als PDF zum Herunterladen.