Der Täuferbrunnen in Hörbach

Der Brunnen, der 1999 errichtet wurde, soll an ein vergessenes Kapitel der Geschichte des Dorfes erinnern. Darauf verweist eine Bronzetafel an der Seite des Brunnens. Sie hat folgende Inschrift:

Messingtafel erinnert an die Namen der damals hingerichteten Dorfbewohner
Messingtafel erinnert an die Namen der damals hingerichteten Dorfbewohner

ZUR ERINNERUNG AN 9 OPFER AUS UNSERER HEIMAT, DIE IN DER REFORMATIONSZEIT ALS "TÄUFER" WEGEN IHRES GLAUBENS VERFOLGT WURDEN. IHRE FRIEDFERTIGKEIT UND IHR EINTRETEN FÜR DIE GRUNDWERTE DES CHRISTLICHEN GLAUBENS BÜSSTEN SIE MIT DEM LEBEN. UNTER IHNEN WAREN VIER HÖRBACHER: MATHES HOFFMAIR; ANDRE AUF DER STELZEN; CHRISTOF JOS UND GEBHART. WENN SIE UNS HEUTIGE AN TOLERANZ GEGENÜBER ANDERSGLÄUBIGEN; ANDERSDENKENDEN UND FREMDEN GEMAHNEN, DANN WAR IHR TOD NICHT VERGEBENS. 1527 - 1999

Dieses bescheidene Geschichtsdenkmal ist der erste "Täufer-Brunnen" Bayerns, der an die brutale Ausrottung dieser Religionsgemeinschaft in der beginnenden Neuzeit erinnert. Mehr über die Geschichte dieser Zeit kann man dem Buch von Barbara Kink: "Die Täufer im Landgericht Landsberg am Lech" nachlesen.

Brunnen

Gerhard Schmutz von der Mennonitengemeinde Augsburg schreibt: „Herr Drexler , Kreisheimatpfleger des Landkreises Fürstenfeldbruck, konnte uns zum Jubiläum berichten, warum  und wie es zum Bau dieses Brunnens als Mahnmal gekommen ist.

Herr Drexler hatte sich schon länger für die Geschichte seiner Heimat und seines Ortes interessiert.

Als er dann von der Hinrichtung von Täufern aus seinem Ort im Jahr 1527 las, wurde bei ihm der Wunsch wach, diesen Menschen ein Denkmal zu setzten.

Mit bescheidenen Mitteln kam es dann 1999 zum Bau dieses mit Solarstrom betriebenen Brunnens.

Vier Arme, die einander über Kreuz am Handgelenk festhalten

Für die ca. 20 Anwesenden unter anderem auch aus der Mennonitengemeinde München München es war eine würdige Feierstunde, mit einigen Liedern, die Wolfgang Krauß auf der Gitarre begleitete. Er erinnerte noch an einige andere Märtyrer und ich dankte Herrn Drexler und den Anwesenden für ihr Kommen und ihre Solidarität mit den damals um ihres Glaubens hingerichteten Täufern.

Diese saßen ab Mitte September 1527 mit anderen Festgenommen aus der Umgebung im Gefängnis und wurden unter Anwendung der Folter peinlichst verhört.
Mitte Oktober 1527 kam dann aus München der Befehl die so genannten Wiedertäufer wie üblich lebendig zu verbrennen.

In der Zwischenzeit bemühte man sich die Täufer zu bekehren. Alle 9 Gefangenen widerriefen und wurden deshalb zum Tode durch das Schwert begnadigt. Die Hinrichtung wurde am 23. Oktober 1527 durch den Züchtiger und drei seiner Gesellen durchgeführt.“